Kritik der deutschen Feierlichkeiten zum Ende des Zweiten Weltkrieges am 8./9. Mai.

Eine der schockierenden Erkenntnisse, die sich bei der historischen Analyse der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft, dem deutschen Griff nach der Weltherrschaft und dem im Holocaust verübten Zivilisationsbruch ergibt, ist die Tatsache, dass Hunderttausende von „normalen“ Bürgern mit Feuereifer und frohen Mutes am Vernichtungsfeldzug teilgenommen haben und bis zuletzt lieber mit der Waffe in der Hand starben, anstatt sich den einrückenden Alliierten zu ergeben. Lässt man diese Tatsache wirken, zwingen sich mitunter zwei Fragen auf. Erstens: Welche Umstände sorgten dafür, dass sich das banale Böse so losbrechen konnte und zweitens: Gab es eine Traditionslinie evtl. spezifisch deutschen Denkens, die vielleicht auch heute noch sowohl latent wie virulent ist? Continue reading „Kritik der deutschen Feierlichkeiten zum Ende des Zweiten Weltkrieges am 8./9. Mai.“

Mit Kultur gegen Antirassismus. Der Streit um ein diffamierendes Firmenlogo der Mainzer Firma „Thomas Neger“

In den 1950er-Jahren kreiert der Mainzer Fastnachter und Unternehmer Ernst Neger, ein Logo für seine Dachdeckerfirma. Es zeigt einen hammerschwingenden Schwarzen mit schwulstigen Lippen, riesigen Kreolen und einem Bastrock, der auch als Dach interpretiert werden könnte. Die stilisierte Vorstellung eines Schwarzen aus kolonialen Zeiten also, wie sie auch in anderen (post-)kolonialen Gütern, etwa den Asterix-Bänden Uderzos, zu finden sind. Tatsächlich entspringt es der Gedankenwelt der postnazistischen 50er-Jahre. Es verwundert daher nicht, dass der Großvater des heutigen Firmeninhabers sich gerade die zeitgenössische wie prototypische Vorstellung eines „Negers“ zum Firmenlogo wählte. Continue reading „Mit Kultur gegen Antirassismus. Der Streit um ein diffamierendes Firmenlogo der Mainzer Firma „Thomas Neger““